Arzt-Patienten-Seminar 24.09.2011


Zusammenfassung
Arzt-Patienten-Seminar der Schilddrüsen-Liga Deutschland e.V.
24.09.2011, von 13.30 Uhr – 17.30 Uhr
Universitätsclub Bonn, Konviktstr. 9, 53113 Bonn

 

 

Die Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse mit ihren zahlreichen Facetten waren Schwerpunkt-themen des diesjährigen Arzt-Patienten-Seminares.

Herr Prof. Dr. Gynter Mödder aus Köln-Marsdorf berichtete zunächst über Diagnose und Therapie der Autoimmunthyreoidits Hashimoto. Herr Prof. Mödder führte dazu aus, dass die Autoimmunthyreoiditis 1912 von dem japanischen Arzt Hashimto in einem deutschsprachigen Journal beschrieben wurde. Die Diagnosestellung dieser Schilddrüsenerkrankung umfasst neben einer gründlichen Anamnese die körperliche Untersuchung, bei der neben Inspektion und Palpation der Halsregion auch auf Verände-rungen durch eine etwaige Schilddrüsenfehlfunktion in anderen Körperregionen geachtet werden muss. Die Ultraschalluntersuchung lässt i. A. charakteristische Veränderungen des Schilddrüsenge-webes in Form einer diffusen Echoarmut erkennen. Die Durchführung eines Schilddrüsenszinti-gramms ist bei der Autoimmunthyreoiditis meistens nicht erforderlich, außer bei diagnostisch unklaren Fällen in der Abgrenzung zur Immunhyperthyreose. Eine Feinnadelpunktion wird dann in Betracht gezogen, wenn Knoten im Schilddrüsengewebe vorliegen.

In Deutschland sind Frauen von der Autoimmunthyreoiditis häufiger betroffen als Männer, das Verhält-nis beträgt etwa 10:1. Ursächlich liegen der Autoimmunthyreoiditis eine genetische Prädisposition und andere nicht genetische Faktoren zugrunde. Eine chronisch hohe Jodeinnahme dürfte eine auslösende Rolle spielen.

Bezüglich der Stoffwechselsituation erläuterte Herr Prof. Mödder, dass bei Schilddrüsenhormon-mangel eine Stoffwechselverlangsamung auftrete, ggfs. auch in Kombination mit einer depressiven Verstimmung. Patienten können damit schnell überfordert sein und die Symptome in das Gegenteil umschlagen. Wenn ein Hormonmangel vorliegt, ist eine Substitution mit Levothyroxin erforderlich. Bei einer initial auftretenden Schilddrüsenüberfunktion ist die Gabe eines Thyreostatikums kontraindiziert. Statt dessen soll ggfs. eine Behandlung mit einem Betablocker erfolgen. Entscheidend für die Substi-tution mit Levothyroxin ist das Erreichen einer Wohlfühldosis.

Herr Dr. med. Matthias Beyer aus Nürnberg referierte über begleitende Erkrankungen bei der Autoimmunthyreoiditis Hashimoto. Herr Dr. Beyer erläuterte die Kombination der Autoimmun-thyreoiditis mit anderen autoimmunen Erkrankungen am Beispiel einer 65jährigen Patientin, bei der eine zunehmende körperliche Schwäche auftrat in Kombination mit Übelkeit und Bauchschmerzen sowie einem wiederholten Kreislaufkollaps. Die Patientin zeigte dunkle Handlinien. Die diagnostische Aufarbeitung ergab, dass neben der bekannten Autoimmunthyreoiditis eine Nebennierenrinden-Insuffizienz vorlag, die sogenannte Addison’sche Krankheit. Ein prominenter Patient mit der Addison-schen Krankheit war der amerikanische Präsident John F. Kennedy.

Autoimmunerkrankungen stellen beim Menschen ein breites Spektrum dar. Mit der Autoimmunthyreoi-ditis können die sogenannte Weißfleckenkrankheit (Vitiligo), Diabetes mellitus Typ I, perniziöse
Anämie, kreisrunder Haarausfall (Alopezia arreata), eine Nebennieren-Insuffizienz und andere Krank-heiten auftreten.

Die Kombination der Autoimmunthyreoiditis mit anderen Autoimmunerkrankungen ist zwar relativ selten, in der Sprechstunde muss jedoch auf das Vorliegen entsprechender Symptome geachtet werden, um eine geeignete Therapie einleiten zu können.

Herr Dr. med. Volker Nehls aus Meerbusch-Lank stellte in seinem Vortrag „Rheumaerkrankungen im Zusammenhang mit der Autoimmunthyreoiditis Hashimoto“  zunächst rheumatische Symptome bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse vor. Sowohl bei der Schilddrüsenunterfunktion als auch bei der Schilddrüsenüberfunktion können Symptome des Bewegungsapparates auftreten, die denen bei rheumatischen Erkrankungen ähnlich sind. Bei der Schilddrüsenunterfunktion werden in diesem Sinne
Muskelschwäche und –krämpfe sowie auch Gelenkschwellungen und Karpaltunnelsyndrom ähnliche Veränderungen festgestellt. Bei der Schilddrüsenüberfunktion kann es zum Auftreten einer Osteopo-rose, einer adhäsiven Kapsulitis sowie zu Muskelschwäche kommen.

Ursächlich liegt den Autoimmunerkrankungen möglicherweise eine genetisch festgelegte Störung des Immunsystems zugrunde. Bei den Autoimmunerkrankungen sind eine Vielzahl körpereigener und kör-perfremder Zellen beteiligt. Eine entscheidende Rolle beim Auftreten von Autoimmunerkrankungen spielen sogenannte CD 4 Lymphozyten. Weiterhin wird vermutet, dass eine spezielle Unterform von Lymphozyten, sogenannte T-Helferzellen vom Typ 17, am Auftreten von Autoimmunerkrankungen beteiligt sind.

Herr Dr. Nehls konnte in seinem Referat verdeutlichen, dass aufgrund der Komplexität von Autoim-munerkrankungen die Behandlung in den Händen von Spezialisten liegen sollte.

 

gez. Visiting Professor (Wroclaw MU) Dr. M .Cordes

 

 

 

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 Ein sehr gut geschnürtes Themenpaket hat sehr viel Interessierte den Weg zu unserem Arzt-Patienten-Seminar, in den Uni-Club Bonn, finden lassen .

 

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Visiting Professor (Wroclaw MU) Dr. M .Cordes

(Seminarleiter)

 

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 Referent: Prof. Dr. Gynter Mödder

 

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 Referent: Dr. med. Matthias Beyer

 

 

 

Referent: Dr. med. Volker Nehls

 

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Referenten von li. nach re. : Dr. med. Volker Nehls, Prof. Dr. Gynter Mödder, Dr. med. Matthias Beyer, Visiting Professor (Wroclaw MU) Dr. M .Cordes (Seminarleiter)

 

 

 

Prof. Dr. Gynter Mödder

 

 

 

Dr. med. Matthias Beyer

 

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 Dr. med. Volker Nehls

 

 

Wir danken allen Referenten.

Das Arzt-Patienten-Seminar wurde gefördert durch die AOK Hamburg/Rheinland.  





Öffnungszeiten der Geschäftsstelle:
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