EVK Köln Weyertal Schilddrüsen-OP mit Priv.-Doz. Dr. med. Costanza Chiapponi

Unsere Chefärztin Priv.-Doz. Dr. med. Costanza Chiapponi nimmt Sie mit in den OP-Saal! Sie erklärt Ihnen am selbstgebastelten Modell, wie eine Schilddrüse aufgebaut ist und was bei einer Schilddrüsen-Operation gemacht wird.

EVK Köln Schilddrüsen-OP Priv.-Doz. Dr. med. Costanza Chiapponi

Nasenspray gegen COVID-19

21. April 2021 - Universitätsklinikum Erlangen

Erste Studienergebnisse zu einem Wirkstoff aus der Rotalge sind laut Erlanger Virologen vielversprechend

Nasenspray mit Iota-Carragelose – einem natürlichen Wirkstoff aus der Rotalge – könnte vor SARS-CoV-2-Infektionen schützen. Darauf weisen erste Ergebnisse aus Studien mit Krankenhauspersonal hin. Mehrere Laboruntersuchungen belegten in Zellversuchen bereits die Wirkung von Carragelose gegen das Coronavirus. Vor diesem Hintergrund könnte das spezielle Nasenspray die allgemeinen Schutzmaßnahmen gegen SARS-CoV-2 unterstützen und Infektionen vorbeugen.

Risikoreduktion um 80 Prozent

Carragelose wird aus Rotalgen gewonnen. Der natürliche Wirkstoff bildet einen Schutzfilm als physikalische Barriere und verhindert so, dass Viren die Schleimhaut infizieren, ihre Erbinformation in die Schleimhautzellen einschleusen und sich dort vermehren und ausbreiten. Dieser Mechanismus funktioniert bei vielen Erkältungsviren und – neuesten Erkenntnissen zufolge – auch beim Coronavirus SARS-CoV-2. „Ein Carragelose-haltiges Nasenspray bewirkt eine 80-prozentige relative Risikoreduktion für eine Infektion mit SARS CoV-2“, sagt Prof. Dr. Ulrich Schubert, Forscher am Virologischen Institut – Klinische und Molekulare Virologie (Direktor: Prof. Dr. Klaus Überla) des Universitätsklinikums Erlangen.

Diese Erkenntnis stammt aus einer argentinischen Studie mit fast 400 Teilnehmern, die täglich direkten Kontakt zu COVID-19-Erkrankten hatten. Die gleichmäßig auf zwei Gruppen aufgeteilten Probanden verwendeten drei Wochen lang entweder viermal täglich das Carragelose-Nasenspray oder ein Placebo. Das Nasenspray erwies sich, wie in allen bisherigen klinischen Studien mit Erkältungsviren, als sicher und gut verträglich. Untersuchungen im Labor belegten die antivirale Wirkung von Carragelose gegen SARS-CoV-2 in verschiedenen humanen Zellsystemen. Prof. Schubert erklärt: „Zusammen mit der klinischen Untersuchung bilden die Laborbefunde die Basis für eine solide wissenschaftliche Begründung, dass Carragelose eine deutliche Wirkung gegen SARS-CoV-2 hat.“

Drei weitere klinische Studien zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von Carragelose-Nasenspray, -Inhalationslösung und -Lutschpastillen in Bezug auf die Vorbeugung und Therapie von SARS-CoV-2-Infektionen sind bereits angelaufen. An diesen ist die Virologie des Uni-Klinikums Erlangen direkt beteiligt. Prof. Schubert und seine Forschungsgruppe kooperieren dabei mit der österreichischen Marinomed Biotech AG. „Im Rahmen der Studien untersuchen wir Proben von Probanden, die Carragelose-Produkte angewendet haben, auf antivirale Effekte der Carragelose gegen SARS-CoV-2. Ziel ist es, die klinische Forschung am Patienten mit unserem Wissen und unseren Möglichkeiten zu unterstützen“, erklärt Prof. Schubert.

Möglichkeiten zur Prävention ausschöpfen

Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene empfiehlt dem Klinikpersonal auf COVID-19-Stationen schon seit Dezember 2020 die Verwendung von Carragelose-Nasensprays. „Aber auch die Allgemeinbevölkerung kann damit ihre persönlichen Schutzmaßnahmen zur Vorbeugung erweitern“, sagt Ulrich Schubert. „Angesichts der In-vitro-Daten bin ich davon überzeugt, dass der breite Einsatz von Carragelose-Sprays gerechtfertigt ist und einen Nutzen haben kann. Zum einen wirkt Carragelose praktisch nebenwirkungsfrei gegen SARS-CoV-2, zum anderen schützt sie auch gegen verschiedene Erkältungsviren, wofür es umfangreiche Belege aus dem Labor und aus klinischen Studien gibt. Jede verhinderte oder verkürzte Erkältung reduziert insgesamt die Belastung unseres Gesundheitssystems, das jede Entlastung gebrauchen kann“, erklärt der Virologe.

Carragelose gegen SARS-CoV-2-Virusvarianten

Laut der WeltgesundheitsorganisationWHO und dem European Centre for Disease Prevention and Control ECDC breiten sich mutierte Virusvarianten weltweit mit großer Dynamik aus. Die sogenannte britische Mutante B.1.1.7, die südafrikanische Variante B.1.351 und die brasilianische Variante P.1(20J/501Y.V3) stehen dabei unter besonderer Beobachtung. „Carragelose ist ein Polymer, das das Virus durch eine elektrostatische Wechselwirkung umhüllt und es dabei neutralisiert. Deshalb sollte es für die Wirksamkeit auch keinen Unterschied machen, welche Virusvariante vorliegt“, erklärt Ulrich Schubert. „Gerade angesichts der Mutationen, die sich aktuell immer rasanter ausbreiten, halten wir die Carragelose für eine echte Option in der Bekämpfung der Pandemie.“

Kommentar zum Artikel "Thermoablation von Schilddrüsenknoten"

PDF zum Download

Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse und Covid-19

Prof. Dr. Michael Cordes, Nürnberg und Prof. Dr. Matthias Schott, Düsseldorf

Infektionen mit dem Corona Virus (SARS-CoV2) zeigen unterschiedliche Symptome und Schweregrade. Bei manchen Patienten, insbesondere bei jüngeren Individuen ohne Begleiterkrankungen, resultiert oft nur eine milde Symptomatik, die einem grippalen Infekt ähnelt. Manche Menschen aus dieser Gruppe entwickeln überhaupt keine Symptome (sog. asymptomatischer Verlauf).

Andererseits werden aber auch sehr schwere Krankheitsbilder beobachtet, die u.U. eine intensivmedizinische Versorgung, einschl. maschineller Beatmung, erforderlich machen. In Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse stellen sich mehrere Fragen.

Haben Patienten mit einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der Covid-19 Erkrankung?
Hierzu weist die European Thyroid Association (ETA) darauf hin, dass Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen per se kein erhöhtes Risiko für eine Covid-19 Erkrankung zeigen [ETA 2020]. Allerdings ist momentan noch unklar, ob der Erreger SARS-CoV2 die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigt. Dass bei Patienten mit einer Autoimmunerkrankung das Risiko für einen schwereren Verlauf besteht, lassen die Daten bisher nicht erkennen. Die ETA empfiehlt jedoch, dass diese Patienten einer niedrigen bis mittleren Risikoklasse (ähnlich wie Patienten mit einer rheumatischen Erkrankung) zugeordnet werden sollten.
Patienten, die Cortisonpräparate erhalten (z.B. wegen endokriner Orbitopathie oder bei subakuter Thyreoiditis), sollten als Patienten mit erhöhtem Risiko betrachtet werden.

Kann durch Impfungen eine Autoimmunthyreoidtis (AIT) ausgelöst werden?
Hierfür gibt es bisher keine eindeutigen Daten. Die Wahrscheinlichkeit, dass man mit einer aktiven Immunisierung eine Autoimmunthyreoiditis auslöst, dürfte auf jeden Fall sehr gering sein. Für Impfungen mit den „Corona Impfstoffen“, die jetzt entwickelt wurden, gibt es dafür noch keine Untersuchungen. Bezüglich eines Impfstoffes gegen Papillomaviren (bei der es sich jedoch nicht um einen mRNA-Impfstoff handelt), die für das Auftreten von Gebärmutterhals Krebs verantwortlich gemacht werden, wurde in diesem Jahr eine Sammelstudie veröffentlicht, in der gezeigt wurde, dass nach einer Impfung der Anteil von Personen mit einer AIT gering höher war als in den Kontrollgruppen. Allerdings war der Unterschied statistisch nicht signifikant. Zudem konnte aus den Daten kein ursächlicher Zusammenhang für das Auftreten einer AIT abgeleitet werden [Rosillion 2020].

Dürfen sich Patienten mit einer Autoimmunerkrankung gegen SARS-CoV2 impfen lassen?
Das Robert-Koch-Institut erläutert dazu: „Autoimmunerkrankungen (z. B. Myasthenia gravis, Multiple Sklerose) oder chronisch-entzündliche Erkrankungen (z. B. Rheumatoide Arthritis, chronisch entzündliche Darmerkrankungen) stellen grundsätzlich keine Kontraindikation für Schutzimpfungen dar. Studien konnten bisher keinen Zusammenhang zwischen einer Impfung und einer neu aufgetretenen Autoimmunkrankheit bzw. einer chronisch-entzündlichen Erkrankung oder einem Schub einer bereits bestehenden Erkrankung belegen“.

Zusammenfassung: Aus der Sicht des Wissenschaftlichen Beirates bestehen bei Patienten mit AIT keine generellen Vorbehalte für eine Impfung gegen SARS-CoV2. Es muss jedoch betont werden, dass momentan die Datenlage noch nicht ausreicht, um eine endgültige Risikobewertung vorzunehmen. Dies gilt insbesondere für mögliche unerwünschte Wirkungen, die erst nach längerer Zeit auftreten. Betroffene mit einer allergischen Disposition (allergische Diathese) sollten vor einer geplanten Impfung Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt nehmen.

Literatur
ETA 2020: https://www.eurothyroid.com/files/download/ETA-PHB.pdf
Rosillion et al.: Pharmacoepidemiol Drug Saf 2020; 29: 1159-1167
Robert-Koch-Institut: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/AllgFr_Kontraindi/faq_impfen_Kontraindi_ges.html