
Die Schilddrüse meldet sich zu Wort
Es war ein ganz normaler Morgen. Der Wecker klingelte, der Kaffee war zu stark, der Tag zu kurz.
Und irgendwo tief im Inneren räusperte sich die Schilddrüse.
„Nur zur Erinnerung“, sagte sie leise, „ich arbeite hier seit Jahren rund um die Uhr. Ohne Pause. Ohne Applaus.“
Der Mensch hörte sie natürlich nicht. Er war zu beschäftigt damit, sich zu fragen, warum er friert, schwitzt, müde ist oder nicht stillsitzen kann.
Die Schilddrüse seufzte.
„Ich bin klein“, dachte sie, „aber ich habe große Aufgaben.“
Sie regelt Tempo und Energie, Wärme und Ruhe, und manchmal geriet dabei eben etwas aus dem Takt.
An diesem Tag nahm der Mensch sich einen Moment Zeit. Er atmete tief durch, hörte auf seinen Körper und sagte:
„Vielleicht darf ich heute etwas langsamer sein.“
Die Schilddrüse lächelte.
Manchmal braucht es keine großen Lösungen. Manchmal reicht es, gehört zu werden.